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Teamzusammenhalt – nicht dem Zufall überlassen!

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Was unterscheidet eigentlich ein nices Team von einem richtig nicen Team? 

Seien wir ehrlich: Bei Wesser kommen ohnehin coole Charaktere zusammen, und meistens ist die Teamzeit irgendwie schön. Aber es gibt diese besonderen Teams, die noch ein bisschen schöner und besonderer sind – an die man sich auch nach längerer Zeit erinnert. 

Ich habe mich gefragt: Wann war das bei mir zuletzt so? Wann ist es mir als Teamleitung besonders gut gelungen, ein Team zusammenzuschweißen? Und wovon hing es ab? 

Auf jeden Fall nicht davon, dass es hauptsächlich ähnliche Charaktere waren. Wesser bringt eher sehr unterschiedliche Menschen zusammen – manchmal eine explosive Mischung, die auf engem Raum eskalieren kann. Deshalb sollte man es als Teamleitung nicht dem Zufall überlassen, wie sich ein Team entwickelt, oder darauf vertrauen, dass man sich schon anfreundet, wenn man so eng zusammenwohnt. 

Wenn ich an mein schönstes Team denke, erinnere ich mich, dass wir uns relativ schnell ziemlich gut kennengelernt haben. Ich habe keine oberflächliche Kennenlernrunde gemacht, sondern gleich versucht, eine offene Atmosphäre herzustellen und tiefergehende Fragen zu stellen. Ich habe mich selbst als Teamleitung geöffnet, sodass die anderen ebenfalls mehr von ihrer Persönlichkeit und vielleicht auch ihren Ecken und Kanten gezeigt haben. Sich selbst öffnen, ehrliches Interesse zeigen und tiefer nachfragen – das war entscheidend. 

Was ist dadurch passiert? Wir konnten uns schnell gut einschätzen und (subjektive) Störfaktoren im Verhalten anderer besser einordnen und verzeihen. Wir haben uns gegenseitig gesehen gefühlt und konnten authentisch, ohne Maske, im Team agieren. Es fiel uns leichter, die Bedürfnisse der anderen zu erkennen, und gleichzeitig entstand eine Atmosphäre, in der sich alle trauten, diese auch zu äußern. Das braucht manchmal Zeit, aber wir als Teamleitungen sollten den Raum dafür bewusst schaffen. 

In der Mitte der Woche mache ich eine kleine Teamrunde, in der wir besprechen können, was gut läuft und was nicht. Es ist wichtig, bewusst beides anzusprechen. Ich als Teamleitung spreche am Ende der Runde, sodass ich noch Punkte anbringen kann, falls sich jemand nicht getraut hat, „Elefanten im Raum“ anzusprechen. 

Außerdem gibt es in meinen Teams jeden Abend eine kleine Aktivität, die wir alle gemeinsam machen. Hier kann man durchaus kreativ werden: vom Werwolf – oder Karten-Spielen über gemeinsam Nachrichten schauen oder den kostenlosen „Blink des Tages“ von Blinkist hören bis hin zu einer kurzen Dehneinheit oder (Lach-)Yoga nach dem Arbeitstag. 

An Teams, in denen nach dem Abendessen alle direkt getrennt ihre Wege gehen oder es nur um Arbeit geht, erinnere ich mich selten besonders. Aber die Teams, in denen es ein Bergfest-Format gab, an dem alle gerne teilgenommen haben (egal ob mit oder ohne Alkohol), sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Ich erinnere mich noch Jahre später an die Themen der Deeptalks, die ich dort geführt habe. 

Wer am Sonntagabend auf den ersten Blick noch als schräger Vogel galt und in anderen Teams vielleicht zum Außenseiter geworden wäre, wurde so zu einem meiner liebsten Teammitglieder – gleichberechtigt und integriert wie alle anderen auch. Nähe schafft Vertrauen. Irgendwann konnte ich mich darauf verlassen, dass alle Teammitglieder aufeinander achten und Probleme direkt untereinander ansprechen, ohne dass ich als Teamleitung groß eingreifen musste – weil wir gelernt hatten, uns zu mögen. Gemeinsame Aktivitäten und Spiele haben außerdem oft die angespannte Atmosphäre des Tages aufgelockert. 

Für mich hat es sich im Nachhinein immer gelohnt, als Teamleitung bewusst die Gruppe zu einem Team zu formen, mir im Vorfeld Gedanken zu machen und aktiv Zeit dafür einzuplanen. Denn am Ende entstehen nicht nur ein richtig nices Teamklima und funktionierende Prozesse, sondern eben auch Erinnerungen, die bleiben. 

 

Weiterführende Hinweise:
Es ist als Teamleitung ein gutes Training, sich vorzunehmen, immer noch einmal mehr nachzufragen – die Effekte werden dich überraschen. Warum studierst du, was du studierst? Du weißt noch nicht, was du nach dem Abi machen willst – aber wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du gerne tun? 

Man kann sich auch von KI ressourcenorientierte oder einfach tiefergehende Kennenlernfragen zusammenstellen lassen und ausdrucken oder fertige Kartensets kaufen, die Gruppen das Kennenlernen bzw. Aufwärmen erleichtern („Warm-up-Karten“). 

Solche oder andere Spiele können übrigens auch von übrig gebliebenem Medaillengeld gekauft werden – das ist schließlich eine Investition in ein gelungenes Teamleben und kann von dir als Teamleitung immer wieder verwendet und ausgeliehen werden. 

Für mehr Inspiration schau ins Teamleitungshandbuch oder frag deine*n Mentor*in.